"Befragungen mit macis méz"

Ungarn 1956: János, ein junger Student, wird denunziert. Er flieht der Gefahr über die grüne Grenze nach Österreich. Darüber, was der Verlust der Heimat für ihn bedeutet oder was er in den ersten Jahren in Wien erlebt, verliert er nie ein Wort. Seine Nachrichten nach Budapest, welche die Zensur passieren, sind mehr als dürftig. Seine jüngere Schwester Ági riskiert viel, als sie ihn unerlaubt besucht, um den Eltern in Budapest Augenzeugin zu werden: Dem Sohn geht es gut, er hat Arbeit in einer Gärtnerei, er ist verliebt.

70 Jahre später wird János’ Tochter Christina beschließen, über Ági und János zu schreiben, über ihren Mut und denjenigen ihrer Mutter, die einen Ungarnflüchtling heiratete, der in den Augen der Eltern ein Nichts war, weil er nichts hatte. Nur Liebe für seine Frau und seine Tochter.

Spätestens an diesem Punkt steht Christina vor der Frage nach eigenem Sein: Wie viel Mut braucht ein selbstbestimmtes Leben oder ist es bereits mutig in dieser Welt, dem Leben zu vertrauen.

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